Ein Schüler in Klasse 8 saß im Unterricht hellwach da, hat mitgedacht, Fragen gestellt. Auf dem Zeugnis stand trotzdem eine Vier. Beim Elternsprechtag saß er zwischen seinen Eltern und wurde mit jedem Satz leiser. Sie meinten es gut: Lernplan, Nachhilfe, abends Kontrolle. Je mehr sie übernahmen, desto weniger blieb für ihn zu tun.
In dem Moment habe ich verstanden: Das Problem saß nicht im Klassenzimmer. Und mit noch mehr Unterricht hätte ich diesen Schüler nie erreicht.
Ich bin Moritz Warntjen. Gymnasiallehrer für Biologie und Chemie. Und ich habe nach zehn Jahren aufgehört, nur zu unterrichten.
Weil Nachhilfe nicht reicht. Ich kann einem Kind in fünf Sessions zeigen, wie man sich organisiert. Aber wenn die Eltern zuhause weiter kontrollieren und Druck machen, verpufft alles.
Ich arbeite trotzdem auch mit Schülern: im Student Check-Up. Aber nur, wenn die Eltern mitziehen. Immer.
Meine Methode basiert auf Motivational Interviewing: Gespräche, die Kindern helfen, ihre eigene Lücke zu sehen. Keine Diagnosen, keine Ratschläge. Die Motivation kommt von innen.
Motivational Interviewing ist keine Idee, sondern gut untersucht:
Ich bin selbst Vater. Und ich erlebe gerade am eigenen Küchentisch, was ich jahrelang anderen erklärt habe: dass Theorie und Praxis zwei verschiedene Dinge sind. Das macht mich nicht weniger glaubwürdig. Es macht mich ehrlicher.
„Moritz lebt das vor, was er lehrt. Im Umgang mit Schülern ist er sehr geduldig und verständnisvoll. Eltern sind bei ihm definitiv richtig aufgehoben."
P Philipp, Gymnasiallehrer & Kollege
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